mann blickt aus dem fenster

Die moderne Sexualität der Männer

Was kann daran modern sein? Männer haben ein Sexualorgan, den Penis, das ist bekannt. Und Männer wollen immer Sex, auch das ist keine neue Erkenntnis. Doch die Zeiten, in denen man das unwidersprochen hat sagen können, sind vorbei. Heutzutage beschweren sich immer mehr Frauen darüber, dass ihre Männer weniger Lust auf Sex haben als sie selbst. Die Zahl der Männer, welche offen eingestehen, dass sie keinen Spaß am Sex haben, steigt ebenso von Jahr zu Jahr. Einer der Gründe dafür sind die Beschwerden der Frauen. Immer öfter bekommen Männer von ihren Partnerinnen zu hören, dass sie nicht willens seien, auf deren Bedürfnisse und Wünsche einzugehen. Das frustriert die Männer. Sie fühlen sich angesichts der offen ausgesprochenen Ansprüche ihrer Partnerinnen überfordert.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts reden wir so offen über Sex wie nie zuvor. Vor fünfzig Jahren war es vollkommen undenkbar, dass eine junge Frau und ein junger Mann sich ganz selbstverständlich über sexuelle Vorlieben und geheime Fantasien unterhalten. Das Thema Sex war tabu, wer sich nicht daran gehalten hat, musste mit gesellschaftlichen Sanktionen rechnen. Heute wird niemand mehr von der Gesellschaft oder dem Staat in seinem Sexleben reglementiert und bevormundet. Frauen sind jetzt gleichberechtigte Partnerinnen, die ebenso das Recht auf eine selbstbestimmte Sexualität haben wie Männer. Sie können Sex einfordern oder verweigern, sie können die Initiative ergreifen und auf die Befriedigung ihrer sexuellen Bedürfnisse drängen.

Dieses sexuelle Selbstbewusstsein der Frauen empfinden viele Männer als befreiend. Nun, da die Frauen offen ihre Wünsche artikulieren, statt nur schweigend und passiv dem Mann zur Verfügung zu stehen, ist es für viele Männer einfacher geworden, die Partnerin im Bett glücklich zu machen. Aber nicht alle freuen sich in dieser Weise über die sexuelle Gleichberechtigung. Immer mehr Männer leiden ihretwegen unter einem immensen Leistungsdruck. Sie kommen nicht klar mit der Tatsache, dass sich die weibliche Sexualität von der männlichen unterscheidet. Sie verstehen die Unterschiede nicht, und wissen nicht, wie sie mit dieser Unkenntnis umgehen sollen.

Was bleibt, ist die Ahnung, dass etwas nicht stimmt mit der heute vorherrschenden Meinung zum Thema Sexualität. Sie legen zu viel Wert auf Leistung und setzen sich so dauerhaftem Stress aus. Statt sich Zeit zu nehmen und in Ruhe über sich selbst und die eigenen Bedürfnisse nachzudenken, hetzen sie wie Fliehende durchs Leben. Getrieben werden sie vom traditionellen Leitbild männlicher Sexualität, welches besagt, dass man als Mann eine Leistung zu erbringen hat. Man muss eine Erektion zustande bringen und diese so lange wie möglich aufrecht erhalten, denn nur so kann man seine Partnerin wirklich befriedigen. Wie man diese gewaltige Erektion bekommen soll, ist vielen völlig unklar. Wie man damit umzugehen hat, wenn der Penis nicht so will, wie er soll, ist für die meisten ein unlösbares Rätsel. Was bleibt, ist der Zwang, die Partnerin befriedigen zu müssen, und die damit verbundene Angst, als Mann zu versagen.  

Leistungsdruck und Stress gehören zu den Hauptursachen für sexuelle Probleme wie vorzeitige Ejakulation, Erektionsstörungen und eine verminderte Libido. Weitere Informationen zu sexuellen Funktionsstörungen findest du hier.

Männer

In den letzten 20 Jahren hat sich unser Männerbild grundlegend geändert. Viele Männer stellen althergebrachte Werte und Verhaltensregeln in Frage und sind nicht mehr bereit, sich von anderen diktieren zu lassen, was sie zu tun oder zu lassen haben, wenn sie ein Mann sein wollen.

Sie akzeptieren nicht länger, dass man ihnen unterstellt, sie hätten sich unter dem Druck und dem Einfluss der Frauenbewegung geändert. Mann sein bedeutet heute wesentlich mehr, als nur sensibel und verständnisvoll zu sein. Im Haushalt zu helfen und bei der Erziehung der Kinder eine wichtige Rolle zu spielen, ist nicht alles. Heute muss ein Mann nicht nur die Qualitäten eines fürsorglichen Vaters und Hausmanns besitzen, sondern ebenso in der Lage sein, die Partnerin durch seinen beruflichen Erfolg und seine sexuelle Leidenschaft zu beeindrucken. Er soll ein feuriger Liebhaber sein, der vor Selbstbewusstsein und Entschlossenheit nur so strotzt und sich nimmt, was er braucht. Zugleich muss er aber auch zärtlich und rücksichtsvoll sein und stets ein offenes Ohr für die Wünsche und Bedürfnisse seiner Partnerin haben. Er soll die Initiative ergreifen und beim Sex die Führung übernehmen. Gleichzeitig muss er aber auch auf die unzähligen unausgesprochenen Signale achten, welche die Partnerin aussendet. Schließlich soll er bereit sein, alles zu tun, was nötig ist, um die Frau sexuell zu befriedigen. Er darf kein Macho, aber auch kein Softie sein. Er soll die Frau mit viel Beharrlichkeit umwerben, aber er darf auf keinen Fall aufdringlich sein. Er muss begreifen, wann „nein!“ wörtlich zu verstehen ist und wann eine Frau das Gegenteil damit meint. Begreift er es nicht, läuft er Gefahr, wegen sexueller Belästigung angezeigt zu werden. Angesichts dieser widersprüchlichen Anforderungen wundert es niemanden, warum sich viele Männer heutzutage in ihrer Haut unwohl fühlen.

Aber nicht nur diese Widersprüche machen den Männern zu schaffen. Jetzt sollen sie auch noch in derselben Weise wie Frauen dies tun ihre Gefühle zum Ausdruck bringen und den Partnerinnen ihre Liebe zeigen, indem sie ihre persönlichsten Anliegen offen mitteilen. Kurz gesagt, sie sollen sich in der Kommunikation mit der Partnerin wie eine Frau verhalten. Für viele Männer ist dies eine unüberwindbare Hürde. Dafür werden sie oftmals heftig kritisiert. Man wirft ihnen vor, es nicht wirklich zu wollen, oder unterstellt ihnen, sie seien mangels aufrichtiger Gefühle gar nicht in der Lage dazu. Von allen Seiten hagelt es Schuldzuweisungen und Vorwürfe, egal, ob von Frauen, Medien oder Therapeuten, kaum einer lässt ein gutes Haar an den Männern.

Immer mehr Männer geben verbittert und entmutigt auf und versuchen gar nicht mehr, ein „moderner“ Mann zu sein. Sie sind es leid, für alles was sie tun, kritisiert zu werden, und sich ständig anhören zu müssen, sie seien unfähig, zu verstehen, was von ihnen erwartet wird. Egal, was sie tun, egal, wie sehr sie sich bemühen, es ist falsch, schlecht oder ungenügend. Also ziehen sie sich zurück.

Und schon wieder hagelt es Kritik von den Frauen. Man wirft ihnen vor, aufzugeben, sich ihrer Verantwortung zu entziehen, sich feig davonstehlen zu wollen, sich nicht wie ein richtiger Mann zu verhalten. Reagieren sie nicht darauf, werden die Klischees ausgepackt. Dann stempelt man sie zu gefühllosen Wesen, die nur mit dem Schwanz denken und sich bestenfalls für Sport, Autos und ihren Job interessieren. Am Ende steht die Frage: Was kann man von einem Mann schon erwarten?

Männer leiden, das steht außer Zweifel. Sie leiden nicht mehr als Frauen, aber auch nicht weniger. Sie haben ebenso viel Verständnis und Sympathie verdient wie Frauen, auch wenn es ihnen schwerer fällt über persönliche Probleme, Gefühle und Sorgen zu sprechen. Sie haben es nie gelernt. Man hat es ihnen bereits in jungen Jahren abgewöhnt.

Wie Männer zu Hochleistungssportlern erzogen werden

Ein „richtiger“ Mann zu sein, ist in unserer Gesellschaft mehr als je zuvor eine äußerst schwierige und oftmals gefährliche Gratwanderung. Der kleinste Fehler genügt und man wird vom Mann zum „Mädchen“ oder zum „Chauvi“. Die Gefahr, nicht für einen Mann gehalten zu werden, lauert überall und versetzt die Männer in einen Zustand ständiger Alarmbereitschaft. Das ist an und für sich kein neues Phänomen. Neu ist aber, dass die Definition von Männlichkeit nicht mehr eindeutig feststeht, sondern beständig kritisch hinterfragt und angegriffen wird. Männer sollen nach wie vor altbekannte „männliche Tugenden“ verkörpern, aber zugleich sollen sie feinfühlig und gefühlvoll sein, also über Eigenschaften verfügen, die man bislang als „typisch weiblich“ bezeichnet hat.

Man muss sich fragen, wie Männer lernen sollen, diese scheinbaren Widersprüche in ihrer Persönlichkeit zu vereinen und zu einem Ganzen werden zu lassen. Bis heute werden die meisten Jungen nach dem alten, nicht mehr zeitgemäßen Ideal von Männlichkeit erzogen. Niemand bringt ihnen bei, wie sie es richtig machen können. Man kritisiert sie nur dafür, dass sie das Produkt ihrer Erziehung sind. Schon im Alter von drei Jahren werden sich Mädchen und Jungen darüber klar, dass sie sich voneinander unterscheiden. Sie sind nicht mehr einfach nur Kinder, sondern Kinder männlichen oder weiblichen Geschlechts. Ab diesem Zeitpunkt wird alles durch das Raster dieses Geschlechtsunterschieds gefiltert und entsprechend bewertet.

Durch die Erziehung lernen die Kinder schon sehr früh, dass Jungen sich für Fußball und Technik interessieren, während Mädchen lieber mit Puppen spielen und tanzen. Diese Einteilung in typisch Mädchen und typisch Junge wird noch deutlicher im Bereich der Sexualität, und allem, was damit zusammenhängt. Obwohl in unserer Gesellschaft die alten Rollenbilder von Mann und Frau zunehmend in Frage gestellt werden, üben sie bis heute einen sehr großen Einfluss darauf aus, wie wir unsere Kinder erziehen.

Das neue Männerideal ist nicht mehr ganz so grobschlächtig wie das alte, aber noch immer stehen Eigenschaften wie stark und erfolgreich oder selbstbewusst und unabhängig bei der Definition von Männlichkeit im Vordergrund. Dieses Bild, an dem sich Väter und Mütter bei der Erziehung ihrer Söhne orientieren, wird uns Tag für Tag über die Medien präsentiert. Ein Junge, der es in seinem späteren Leben zu etwas bringen will, muss schon im Kindes- und Jugendalter zeigen, was in ihm steckt. Er muss aktiv und – wenn nötig – aggressiv sein, um sich gegen andere Jungen durchzusetzen zu können. Nur so lernt er all das, was er als Mann benötigt, um privat und beruflich erfolgreich sein zu können. Als Kleinkinder sind Jungen so verspielt und sensibel wie Mädchen. Sie zeigen ganz selbstverständlich ihre Gefühle, sind verwundbar und sehnen sich nach Nähe und Zärtlichkeit. Sind die Jungen zu Männern herangewachsen, ist von diesen Verhaltensweisen nichts mehr zu sehen. Sie wurden ihnen systematisch und absichtlich abgewöhnt. An ihre Stelle sind die Neigung zur Aggressivität und eine teilweise hohe Gewaltbereitschaft getreten. Natürlich kann man die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen in Bezug auf Aggressivität und Gewaltbereitschaft zum Teil biologisch erklären. Trotzdem ist es eine Tatsache, dass diese angeborenen Unterschiede durch die Erziehung maßgeblich verstärkt werden.

Aus gefühlvollen kleinen Jungen, die ihre Gefühle und Ängste offen zeigen, werden starke, entschlossene Leistungssportler gemacht, die in der Lage sind, dem gerecht zu werden, was man in unserer Gesellschaft für männlich hält. Dieses Männlichkeitstraining beginnt mit der Geburt und dauert das ganze Leben. Schon im Grundschulalter haben die Jungen gelernt, was man von ihnen erwartet. Sie wissen, dass sie nicht weinen dürfen und keine Furcht zeigen sollen. Sie sollen unabhängig und selbstbewusst sein. Beim Eintritt in die Pubertät haben die Jungen die Fähigkeit, Gefühle zu erleben und zu zeigen, schon beinahe verloren. Es fällt ihnen schwer, zu verstehen, warum Mädchen ganz selbstverständlich mit ihnen über Ängste und Sorgen sprechen wollen. Lässt ein Junge sich auf so ein Gespräch ein, läuft er Gefahr, als Mädchen bezeichnet und verspottet zu werden. Also unterdrückt er seine weiche Seite.

Mädchen haben es in dieser Hinsicht wesentlich leichter. Benehmen sie sich so wild und draufgängerisch, wie man es von einem Jungen erwartet, werden sie zwar dafür getadelt, aber nicht ausgelacht. Bei einem Jungen genügt es, wenn sein T-Shirt die „falsche“ Farbe hat oder er gerne „Mädchen-Filme“ anschaut, und schon wird er verhöhnt und ausgelacht. Man nennt ihn „Mädchen“ und stellt ihn so lange an den Pranger, bis er wieder „normal“ geworden ist. Normal zu sein bedeutet für ein Jungen aktiv zu sein und etwas zu leisten. Anders als Mädchen verbringen Jungen sehr viel Zeit in Sportvereinen, wo sie vor allem Mannschaftssportarten bevorzugen, in denen körperliche Stärke und Fitness eine wichtige Rolle spielen. Mädchen suchen nicht im selben Maße wie Jungen den Wettkampf und die Konkurrenz. Sie legen viel mehr Wert auf Zweierbeziehungen und Freundschaften. Einander nahe und vertraut zu sein, ist ihnen viel wichtiger, als zu wissen, dass man anderen überlegen ist.

Diese unterschiedlichen Prioritäten im Leben bilden die Grundlage für viele Schwierigkeiten, mit denen sich Paare im Erwachsenenalter auseinandersetzen müssen. Männer und Frauen wollen Nähe und Liebe, doch meinen sie nicht dasselbe damit. Für Frauen ist die Von-Angesicht-zu-Angesicht-Intimität wichtig. Sie wollen sich austauschen und reden. Männer bevorzugen die Seite-an-Seite-Intimität, und wollen etwas unternehmen. Wenn Jungen Männer beobachten, fällt ihnen auf, dass sie sich anders verhalten als Frauen. Berührungen zwischen Männern sehen völlig anders aus als die Berührungen, die Frauen austauschen. Männer zeigen nur wenige Gefühle und reden nicht über Probleme, während Frauen ununterbrochen miteinander persönliche Dinge besprechen und sich gegenseitig Trost und Mitgefühl spenden. Zu jammern ist unter Männern tabu, man redet über die eigene Leistung und erwartet, dafür gelobt zu werden.

Die Zeit, in der man sich an die Mutter angeklammert und sich bei ihr ausgeheult hat, ist schon lange vorbei. Die intime Beziehung zur Mutter endet lange vor dem Eintritt in die Pubertät. Je älter der Junge wird, desto mehr orientiert er sich am Verhalten des Vaters. Intimität hat in einer Vater-Sohn-Beziehung allerdings keinen Platz. Der Vater macht dem Jungen klar, dass nun andere Dinge wichtig sind. Die Folge davon ist, dass ein erwachsener Mann große Probleme hat, eine reife, echte Beziehung zu führen. Zu einer solchen Beziehung gehört Intimität, und diese ist dem Mann systematisch aberzogen worden. Für Männer steht die Konkurrenz im Mittelpunkt, sie wollen sich miteinander messen, sich beweisen und die eigenen Fähigkeiten zur Schau stellen. Wer nicht mit den anderen mithalten kann, bleibt gedemütigt und hilflos zurück. Er verliert seine Männlichkeit, weil er es nicht geschafft hat, seine Stärke und Dominanz unter Beweis zu stellen. Aber auch diejenigen, die es schaffen und in der Konkurrenz triumphieren, werden nicht glücklich, trotz ihrer Erfolge. Ihre offen zur Schau getragene Stärke und Entschlossenheit erlaubt ihnen nicht, ungelöste persönliche Probleme anzusprechen. Wer ein echter Mann ist, hat keine Probleme, und wenn doch, dann löst er diese alleine, ohne fremde Hilfe.

Aus diesem Grund fressen Männer ihre Probleme und Ängste in sich hinein, bis sie regelrecht krank davon werden. Kein Wort kommt über ihre Lippen, die Furcht, sich zu blamieren oder die Kontrolle über das eigene Leben zu verlieren, ist einfach zu groß. Diese anerzogene Unfähigkeit, Probleme zu thematisieren, zieht sich durch alle Lebensbereiche. Auch das Sexualleben leidet darunter. Schon als Teenager lernt ein Junge, dass sexuelle Leistungsfähigkeit unverzichtbar ist, wenn er ein richtiger Mann werden will. Ein unstillbarer Sexualtrieb und der Wunsch, möglichst viele Mädchen flach zu legen, gelten unter Jungen als Auszeichnung. Wer es schafft, als Teenager ein Womanizer zu werden, kann sich des Neides und der Bewunderung der anderen Jungen sicher sein. Für einen Jungen ist es nahezu unmöglich, offen einzugestehen, dass er kein Interesse an Sex hat. Mit 18 Jahren noch Jungfrau zu sein, ist unter Jungen etwas, das man unbedingt verschweigen muss. Viele prahlen mit frei erfundenen sexuellen Erfahrungen, nur um bei Gleichaltrigen nicht als „Schwuchtel“ zu gelten.

Ebenso wird mit der Größe des Penis angegeben. Unter Jungen spielt das männliche Sexualorgan eine zentrale Rolle. Der Penis repräsentiert die eigene Männlichkeit, seine Funktionstüchtigkeit und Leistungsfähigkeit entscheiden darüber, ob man ein richtiger Mann ist oder nicht.

Dank dieser Fixierung auf den Penis fällt es den Männern leicht, Liebe und Sex voneinander zu trennen. Männer können sich in ihren Fantasien mit der Mutter des Freundes, der Nachbarin oder der Arbeitskollegin vergnügen. Die Frauen müssen noch nicht einmal sein „Typ“ sein. Sie sind nur Mittel zum Zweck, um sich Erleichterung zu verschaffen. Sex ist für viele Männer nur eine „Sache“, die der Triebbefriedigung dient.

Frauen haben eine völlig andere Einstellung zum Sex. Sie suchen den Partner fürs Leben, der sie und die Kinder versorgen kann und in dessen Nähe sie sich sicher und geborgen fühlen. Anders als bei Männern steht körperlicher Sex nicht an erster Stelle. Persönliche Verbundenheit ist viel wichtiger, und Zärtlichkeiten besitzen einen höheren Stellenwert als der Wunsch, unbedingt zum Höhepunkt zu kommen. Deswegen investieren Frauen sehr viel Zeit und Energie in die Suche nach dem „Richtigen“. Sie verzichten lieber auf Sex, als dass sie sich mit dem „Falschen“ einlassen. Intimität, Wohlbefinden und Emotionalität sind für sie eine Grundvoraussetzung für guten Sex. Frauen verbinden Sex mit dem Aufbau einer persönlichen Beziehung, für Männer ist Sex eine Sache, auf die man sich mit oder ohne Liebe einlassen kann und die nicht davon abhängt, ob man bereit ist, eine Bindung einzugehen. Männer tendieren dazu, jede Gelegenheit zum Geschlechtsverkehr wahrzunehmen. Ganz auf Leistung und Erfolg getrimmt, ist auch ihre Sexualität etwas, das vom Leistungsprinzip beherrscht und definiert wird.

Noch ein paar Worte zum Schluss....

In diesem Artikel wollte ich dir die Zusammenhänge zwischen unserer Erziehung, der modernen Gesellschaft und unserer Sexualität deutlich machen. Auch wenn es für den Ein oder Anderen etwas übertrieben klingen mag, zeigen viele Studien, dass gerade viele junge Männer sich durch diese Erwartungshaltung unter Druck setzen lassen. Doch ist das Bild vom perfekten Mann lediglich eine Ausgeburt der Medien, das nicht der Realität entspricht. Die Welt in der wir heute leben, speziell Deutschland, leidet unter einem unverbesserlichen Perfektionswahn, der die Menschen an ihre Grenzen treibt. Hier hilft es sich klar zu machen, dass 95 Prozent von uns nicht diesem Idealbild entsprechen, und noch viel wichtiger: Es erwartet auch niemand!!

Ich möchte dich hiermit dazu ermuntern, Sexualität mit etwas mehr Gelassenheit und Humor zu betrachten. Sex ist kein Sport und auch keine Aufgabe, die man mit größtmöglicher Perfektion erledigen müsste. Sex soll Spaß machen.....nichts weiter! Genauso wie Fußball mit Freunden auf dem Bolzplatz Spaß macht, ohne ein Profi zu sein.

Ich wünsche dir alles Gute und bis bald!

Dein Olli


16. Januar 2019
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